Städtebauliche Studie, Wassergasse St.Gallen

Direktauftrag, Realisierung 2011, Bauherrschaft: Liegenschaftenamt & Stadtplanungsamt der Stadt St.Gallen, begleitet durch Herr Felix Zehnder, Stadtplanungsamt.
 

Der Bauort, die Parzellen mit Nummer C0071 & C0072 an der Wassergasse in St.Gallen, liegt in einem Quartier ohne Namen. Einem Quartier dazwischen, zwischen Quartieren mit Namen. Lange Zeit war dieser Bauort von der Stadt- entwicklung links liegen geblieben. Erst gegen die Jahrtausendwende geriet der Bereich von aussen her unter Druck. Mit der Entwicklung der Raiffeisen von Nord-Westen und mit dem Neubau des Einsteins von Süd-Osten her.

Das Gebiet liegt städtebaulich in einem gleichwohl sehr spannenden, wie auch sehr komplexen «Zwischenraum». Die Lage am Hangfuss des Bernegghangs, am Rande der mittelalterlichen Altstadt und direkt an der alten Ausfallstrasse (Wassergasse) lassen dem Bauort grösste Aufmerksamkeit zukommen.

In der Gegenwart beeindruckt bei einer Begehung des Geviertes vor allem die durch den Abbruch der letzten beiden Gebäuden (Metzgerei & Bäckerei) entstandene Leere. Diese wird in naher Zukunft durch den Neubau der Raiffeisen im Westen des Perimeters noch gravierender spürbar werden.

Von den direkt umliegenden Bauten spricht nur noch die Wassergasse 13 die alte Sprache der kleinvolumigen Bauten. Dabei handelt es sich um ein 2-geschossiges längliches, traufstän- diges Gebäudevolumen mit biedermei- erlicher Fassadengestaltung. Es erhebt sich über der sehr hohen Stützmauer längs der Wassergasse. Die restlichen umgebenden Bauvolumen sind zum einen die im angefangenen Blockrand enthaltenen, klassisch-städtischen Bauten in geschlossener Bauweise und zum anderen die neuen, grossen solitären Bauvolumen des Einsteins und der Raiffeisenbank. 

In der Studie untersuchten wir verschiedene Aspekte einer möglichen Bebauung auf den Parzellen C0071 & C0072. Die Lage, der Kontext und die bauliche Dichte am Bauort verlangten eine kritische Prüfung der Ausgangslage.

Die Analyse und der Testentwurf zeigten verschiedene Ansätze einer möglichen Bebauung auf, insbesondere unter Einbezug der städtebaulichen Gewichtung dieses Ortes. Die Bautätigkeit der letzten Jahre an der Wassergasse schufen eine neue Struktur für das Gebiet. Neben wesentlichen neuen Nutzungsstrukturen hat insbesondere der Neubau des Kongresszentrums den geprüften Bauplatz wesentlich in seiner Qualität bedrängt.